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aktuelle Fall
 
 

Der aktuelle Fall

Räudebefall als Ursache von Staphylokokkeninfektionen ("Ferkelruß") in einem Zuchtsauenbestand

 
Abb. 1: Staphylokokkeninfektion am Rücken   Abb. 2: Detailansicht

Der Befall mit Räudemilben hat bei Schweinen ein vielfältiges Erscheinungsbild. Der geringgradige Befall äußert sich in Form von Juckreiz und Unruhe. Erst bei stärkerem Befall werden Hautverdickungen mit Krustenbildung, bevorzugt an den Extremitäten, am Rücken, an den Ohren und am Gesäuge, sichtbar. Einzelne Schweine reagieren v.a. um die Geburt auf Räudemilben allergisch (Abb. 3), wobei es in diesen Fällen zu Durchblutungsstörungen der Haut mit roten Bläschen oder sogar zu blau-schwarzen Verfärbungen einzelner Hautbereiche kommt.

   
Abb. 3 Bläschenbildung durch eine allergische Reaktion - Infektion durch Staphylokokken (Ferkelruß)    

In den oben gezeigten Bildern verursacht die allergische Form der Räude um die Geburt noch ein weiteres Erscheinungsbild. Die Bläschen brechen auf und ermöglichen damit das Wachstum von Bakterien wie Staphylokokken (Erreger des Ferkelruß) auf der Hautoberfläche. Es entstehen großflächige, tiefgreifende, eitrige Veränderungen, die Appetitmangel und Fieber und Milchmangel hervorrufen.
Im beschriebenen Fall waren 80 % der Zuchtsauen um die Geburt betroffen. Die Veränderungen heilten nach einer Räudebehandlung binnen einer Woche ab. Einzelne Tiere wurden aufgrund der tiefgreifenden Wundflächen antibiotisch behandelt. Nach 14 Tagen wurde die Räudebehandlung wiederholt, um überlebende Milben zu bekämpfen. Daraufhin ist in diesem Bestand kein weiterer Krankheitsfall mehr aufgetreten.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Räudebefall:
  3 x /Jahr Behandlung aller Zuchtsauen gegen Räude oder
  Behandlung der Absetzferkel mit Ivomec® Praemix mindestens 10 Tage lang, sobald alle Ferkel gleichmäßige Freßlust zeigen.
 
         
       
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