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Eperythrozoonosen

Tiergesundheit

Eperythrozoonose

Immer häufiger wird der Blutparasit "Eperythrozoon suis" nachgewiesen.
Der Parasit vermehrt sich auf den roten Blutkörperchen und zerstört sie. Es treten als Folge von Durchblutungsstörungen mit Gefäßverstopfung durch verklumpte rote Blutkörperchen blaurote Gefäßzeichnungen, Blauverfärbungen und bisweilen abgestorbene Schwänze und Ohrspitzen auf.

Wie infiziert sich das Schwein?
Die Infektion erfolgt über Blut und kann schon im Mutterleib erfolgen. Ebenso kommen blutsaugende Parasiten wie Läuse und unsaubere Instrumente (Kastrationsbesteck, Kanülen) als Übertragungsquelle in Betracht. Die Gefahr der Erregerverbreitung durch Tierzukauf, vorallem von versteckt infizierten Zuchtsauen ist groß.

Erst eine massenhafte Erregervermehrung führt zum akuten Krankheitsausbruch. Stressoren wie Stallwechsel, Absetzen, Geburt, plötzlich veränderte Haltungs- und Fütterungsbedingungen, Verletzungen, Kastrationen, Parasitenbefall oder andere Infektionskrankheiten - so z.B. das PRRS - erhöhen die Anfälligkeit für die Eperythrozoonose. Bei älteren Schweinen ist das Krankheitsbild häufig relativ uncharakteristisch. Oftmals mitbeteiligt am Krankheitsgeschehen sind Ekto- und Endoparasiten oder Magen- Darm-Erkrankungen.

Verzögertes Wachstum, verlängerte Aufzucht- und Mastzeiten, Fruchtbarkeitsstörungen sowie herabgesetzte Widerstandskraft gegenüber anderen Stressfaktoren sind für den befallenen Bestand von größerer wirtschaftlicher Bedeutung als die eher seltenen Todesfälle. Zumeist verläuft die Erkrankung still. Die auffälligsten Symptome sind Fieber, Blässe und Gelbsucht. Unspezifische Symptome, ein schleichender Verlauf oder die eher zufällige Anwendung von Tetrazyklin-Präparaten können die Infektion verschleiern. Je nach Alter und Gewichtsklasse treten unterschiedliche Krankheitssymptome auf.

Symptome bei Ferkeln
Ferkel infizierter Sauen weisen vergleichsweise zu gesunden Würfen geringere Geburtsgewichte auf. Die Ferkel sind bereits in der ersten Lebenswoche blass bzw. gelblich und vermehrt krankheitsanfällig. Betroffene Würfe wachsen stark auseinander, Einzeltiere werden langhaariger und kümmern.

Symptome bei Läufern und Mastschweinen
Vorwiegend bei diesen Gruppen treten die deutlichen Krankheitserscheinungen wie Blässe, Gelbsucht und Fieber bis 42° C im akuten Krankheitsfall auf. Die Tiere werden schnell hinfällig und kurzatmig. Dies wird falscherweise oft als Symptom einer Lungenentzündung gedeutet.
Die betroffenen Schweine ermüden sehr leicht und liegen viel in Bauchlage. Die Haut wird blass, erste Anzeichen von Gelbsucht zeigen sich an den Lidbindehäuten. Bläulich verfärbte Adern, Blutungen unterschiedlicher Größe, blaue Verfärbungen der Ohrränder oder Ohrspitzennekrosen können auftreten. Es erkranken 3-5% Prozent, wovon aber der größte Teil stirbt, wenn nicht richtig behandelt wird. Die überlebenden Tiere zeigen eine erhöhte Anfälligkeit auf bakterielle Infektionen und Parasitenbefall. Häufig wachsen sie schlecht und zeigen allergische Hautveränderungen.

Symptome bei Zuchtsauen
Bei akut erkrankten Sauen haben keinen Appetit, Fieber bis 42° C, Schwellungen an Gesäuge und Vulva und gelbliche Lidbindehäute. Häufig tritt die Krankheit wenige Tage nach Belastungen wie Umstallen oder Absetzen, auf. Oft erkranken Sauen um die Geburt, wobei diese Krankheit noch durch MMA kompliziert wird. Blutungen an der Haut können ebenfalls auftreten. Chronische Infektionen führen zum sogenannten "Mageren Sauen-Syndrom".
Folgeerscheinungen sind weiterhin: Embryaltod, Abort, abgestorbene oder lebensschwache Ferkeln, verringerte Geburtsgewichte und Fruchtbarkeitsstörungen (30-50% Umrauscher).

Nachweis der Krankheit
Die drei Symptome "Fieber-Blässe-Gelbsucht" und eine rasche Besserung des Krankheitsbildes durch die Anwendung des Antibiotikums Tetrazyklin lassen die Verdachtsdiagnose "Eperyhrozoonose" zu.
Zur Absicherung der Diagnose ist eine Blutuntersuchung notwendig.
Krankheiten mit ähnlichen Symptomen sind: Infektionen mit Streptokokken, PRRS, Schweinepest und Vergiftungen. Bei Zuchtsauen können durch Parvovirus- oder Leptospireninfektionen ähnliche Symptome auftreten.

Therapie
Als Mittel der Wahl gelten Tetrazykline. Die Behandlung führt rasch zur klinischen Heilung und Reduzierung der Parasiten im Blut. Eine gute Eisenversorgung der Tiere begünstigt den Therapieerfolg.
Eine totale Eliminierung des Erregers wird nicht erreicht, sodass man auf einen Rückfall im Bestand gefasst sein muss.

Vorbeuge
Neben der Durchführung eines konsequenten Parasitenbekämpfungs- (DECTOMAX®) und Betriebshygieneprogrammes (TAD-Cid®) ist in gefährdeten Beständen bei der Kastration, beim Tätowieren und bei Schutzimpfungen zwischen jedem Tier das Gerät zu desinfizieren.

 

 

Beim Auftreten der Symptome Fieber, Blutungen und Blauverfärbungen an Ohren oder Gesäuge ist in jedem Fall ein Tierarzt beizuziehen, um anzeigepflichtige Tierseuchen, wie z.B. Schweinepest auszuschließen.

Ein detailliertes Sanierungskonzept "Eperythrozoonose" finden Sie in der Kundenservice-Area.

 
         
       
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