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Fütterung
Fütterung der säugenden Sau
Fütterung der tragenden Sau
Fütterung der Jungsau
Fütterung der Saugferkel
Fütterung der Absetzferkel
Fütterung der Aufzuchtferkel
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Fütterung

Fütterung der säugenden Sau
Entscheidend für eine ausreichende Milchproduktion und einen möglichst geringen Verlust an Körpermasse während der Säugephase sind:

  Futteraufnahme
  Energie- und Eiweißgehalt im Futter

Vermeidung von MMA (Milchfieber) siehe Kundenarea / Checkliste MMA
Eine säugende Sau muß 7-8 kg Futter/Tag aufnehmen, nur dann kann der Verlust an Lebendmasse bei 10 % gehalten werden. Werden 15 % oder mehr der Körpersubstanz verloren, sind Rauscheprobleme und kleine Würfe die Folge.

Beachten folgende Punkte
Futterzuteilung: Breiiges Futter wird lieber angenommen als mehliges, daher bei Fütterung zusätzlich Wasser in den Trog
Fütterungshygiene: Futterreste aus dem Trog entfernen
Futterqualität: Besonders Mykotoxine können die Futteraufnahme drastisch herabsetzen, beachte auch Schimmelbildung und Verkeimung
Kondition der Sau beim Abferkeln: Zu fette Sauen (Rückenspeckdicke über 20 mm) nehmen weniger Futter auf und verlieren zu viel Körpermasse. Beachte: Auch eine Sau die beim Absetzen in passabler Kondition erscheint kann zuviel Gewicht verloren haben (Körpermasseverlust 15 % oder mehr). Bei Problemen empfehlen wir die Rückenspeckdickeabnahmen mittels Ultraschall zu kontrollieren, dementsprechend kann die Fütterung dann korrigiert werden. Beachte: Deutliche Rasseunterschiede
Temperatur im Abferkelstall: Optimaltemperatur für Sauen 18-20°C, jedes Grad mehr reduziert die Futteraufnahme. Beachte: Ausreichende gezielte Ventilation im Sommer
 

Fütterung der tragenden Sau
In der Tragezeit wird ein Futter mit geringem Energiegehalt (11,4-12 MJ) und geringerem Eiweißgehalt (bis 14 % Eiweiß) eingesetzt. Das Ferkelwachstum geschieht vorwiegend im letzten Drittel der Trächtigkeit. Hier ist der höhere Bedarf durch mehr Futter (2,6-3,6 kg/Tag je nach Energie und Trockenmassegehalt) sowie durch höheren Energie- und Eiweißgehalt zu decken.

Zielvorstellung für die Körpergewichtsentwicklung in der Trächtigkeit
  Bei Belegung   Am 114. Tr.-Tag  Zunahme 
1.Wurf 125 kg 185 kg 60 kg
2.Wurf 160 kg 210 kg 50 kg
3.Wurf 175 kg 220 kg 45 kg
4.Wurf 190 kg 230 kg 40 kg
5.Wurf 210 kg 245 kg 35 kg
Ab 5 .Wurf gleichbleibend    
 

Fütterungsfehler in der Tragezeit

  Überversorgung mit Eiweiß (mehr als 14 %)

Der nicht verwertbare Eiweißanteil muß über die Leber abgebaut werden, dabei entsteht Ammoniak, das die Schleimhäute der Gebärmutter sowie der Harnblase und Niere schädigt. Die Folge davon sind Harnwegsinfektionen (erkennbar an trübem, stinkendem Harn, weißen Pfützen nach dem Urinieren), höhere Umrauschquoten und erhöhte Anfälligkeit gegen MMA.
Vorbeuge: Eiweißgehalt optimieren, hochwertiges Eiweiß einsetzen

  Überversorgung mit Futterenergie Fette Sauen:

Sind wehenschwach verzögerter Geburtsablauf
Sind schwerfälliger Erdrücken von Ferkeln
Sind anfällig gegen Milchfieber    
Sind kreislaufschwach    
Zeigen verminderte Freßlust Fettmobilisation, Gewichtsverlust, langes Absetz-Brunst-Intervall

Überversorgung mit Mineralstoffen

Hier spielt Calcium die entscheidende Rolle. Calcium ist als Futterrohstoff sehr billig, daher wird auch nicht gespart, was sich aber nachteilig auf Gesundheit und Reproduktionsleistung der Sauen auswirkt. Überschüssiges Calcium wird über die Niere ausgeschieden. Es fällt dort und in den harnableitenden Wegen als scharfes Kristall aus und schädigt das Nierenbecken sowie die Harnblase bis hin zu Blutungen. Erkennbar am weiß - trüben Restharn.
Vorbeuge: Calciumgehalt im Futter für tragende Sauen 0,6 %

 

Fütterung der Jungsau
Die Fütterung stellt einen wesentlichen Faktor in der Jungsauenaufzucht dar. Die genetische Voraussetzung der immer fleischreicher und schnellwüchsiger werdenden Sauen läßt eine ad-libitum Fütterung der Jungsauen bis zur Belegung nicht zu. Fundamentprobleme und verkürzte Nutzungsdauer sind die Folge.

 

Fütterung der Saugferkel
Ein neugeborenes Ferkel besitzt sehr wenig Fettreserven (Wärmeisolierung) im Körper und hat dazu nur ein mangelhaftes Wärmeregulationsvermögen. Diese Situation verschärft sich, weil der Blutzuckergehalt zum Zeitpunkt der Geburt stark absinkt.

Das Ferkel benötigt sofortige Kolostralmilchgabe, um
den Blutzuckergehalt wieder aufzubauen,
Antikörper (Gamma-Globuline) aufzunehmen und Abwehrkräfte zu bilden.

Je schneller das Ferkel die erste Milch bekommt, um so mehr Abwehrkräfte können entwickelt werden. Bereits 12 Stunden nach der Geburt ist der Eiweißgehalt der Sauenmilch halbiert, und der Gamma-Globulingehalt beträgt nur noch ein Drittel des Ausgangswertes.

Die Eisenversorgungslücke muss spätestens am 3. Lebenstag des Ferkels durch Eisenzulage geschlossen werden. Bestens bewährt hat sich die subcutane Eiseninjektion in die Kniefalte (200 mg Eisen/Tier).

Bereits in den ersten Lebenstagen soll den Saugferkeln sauberes, leicht temperiertes Wasser, vorzugsweise über eine Schalentränke angeboten werden. Jauchesaufen und damit verbundener Durchfall werden dadurch ausgeschaltet.

Obwohl Beifutter nachweislich erst ab der 5. Lebenswoche zur Ansatzleistung beiträgt, soll bereits ab der 2. Lebenswoche zugefüttert werden. Das Verdauungssystem der Ferkel wird dabei an die neuen Futtermittel gewöhnt, der Verdauungstrakt nimmt an Volumen zu und die Enzymaktivitäten werden erhöht. Dabei muss den Ferkeln mehrmals (3-5 mal) täglich frisches Futter (nicht im Stall gelagert) in runden Trögen angeboten werden. Das Ferkel beginnt nicht aus Hunger zu fressen, sondern aus Neugier.

5-7 Tage vor dem Absetzen wird den Ferkeln Absetzfutter zugemischt, um die Darmenzyme auf dieses Futter zu konditionieren. Vermeidung von Absetzproblemen beginnt schon sehr früh im Saugferkelalter.

 

Fütterung der Absetzferkel
Die Fütterung stellt mit Sicherheit einen der wichtigsten Punkte zur Kontrolle der Absetzproblematik dar. Doch kann das beste Futter nicht schlechte Haltungsbedingungen, die sich gerade in der Absetzphase katastrophal auswirken, wettmachen. Die Ferkel müssen in gereinigte, desinfizierte Stallungen (Rein-raus Verfahren), eingestallt werden. Die Temperatur muß bei ausreichender Ventilation zu Beginn bei 30 °C liegen, Zugluft von oben und noch schlimmer von unten ist zu vermeiden.

Futter auf hohe Verdaulichkeit achten (aufgeschlossene Futtermittel wie z.b. Hafer- Gerstenflocken)
  geringe Pufferkapazität (hohe Mineralstoffgehalte vermeiden, Ca-Ph reduziert)
  auf ausreichende Aminosäure- und Energiegehalte achten
(Lysin: 1,2 %; Energie: 13-14 MJ/kg)
  Wasserversorgung sicherstellen (Durchflußrate der Tränken 0,5-0,8 Liter/min)
  Grundfutterqualität sicherstellen, Futtertoxine ausschließen
 

Fütterung der Aufzuchtferkel
Der wohl wichtigste Faktor in der Ferkelaufzucht ist unseren Erfahrungen zufolge die Grundfutterqualität. Geringfügige Abweichungen in der Rationsgestaltung wirken sich bei weitem nicht so dramatisch aus, wie ein erhöhter Vomitoxingehalt. Der Grenzwert für Vomitoxin ist für Ferkel bei 150 ppb anzusetzen. Junge Tiere reagieren um vieles schneller und empfindlicher auf Futtertoxine als zum Beispiel Zuchtsauen. Durch die immunsuppressive Wirkung des Vomitoxins kann es zu verschiedenen Krankheitsbildern kommen. Die Symptome sind chronischer therapieresistenter Durchfall, kümmern, husten, Grippe sowie vermehrtes Auftreten von Streptokokken.
Vorbeuge: Verpilztes Futter meiden, Einsatz von hochwertigen Mykotoxinbindern
(Tox-free)

Futter auf ausreichende Aminosäure- und Energiegehalte achten
(Lysin: 1,1 %; Energie: 13-14 MJ/kg)
  Wasserversorgung sicherstellen (Durchflußrate der Tränken 0,5-0,8 Liter/min)
  Grundfutterqualität sicherstellen, Futtertoxine ausschließen
  ad-libidum füttern
 
         
       
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