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Umrauscher
Sie haben ein Problem in Ihrem Bestand
Was der Tierarzt empfiehlt
Was der Fütterungsberater empfiehlt
Was der Fruchtbarkeitsexperte empfiehlt
Was der Haltungsexperte rät

Umrauscher

Es muss nicht immer PRRS sein!

Sie haben ein Problem in Ihrem Bestand:

regelmäßige Umrauscher: Umrauschen 3 Wochen (18. bis 23. Tag) nach der Belegung. Es kann eitriger Ausfluss auftreten.
unregelmäßige Umrauscher: die Sau rauscht außerhalb des Zyklus nach 4, 5 oder weiteren Wochen nach der Belegung um. Eitriger Ausfluß ist möglich.
Spätumrauscher: die Sau rauscht 21 Tage nach der Belegung nicht um, die Ultraschalluntersuchung zeigt die Trächtigkeit sicher an. Trotzdem verlieren diese Sauen die Frucht zwischen der 5. und 9. Woche nach der Belegung (Abort). Eitriger Ausfluss kann auftreten.
Früh- und Spätgeburten mit Problemwürfen.
Stillbrünstigkeit der Sauen. Besonders betroffen sind Jungsauen noch vor der ersten Belegung.
Eitriger Ausfluss der neu aufgestallten Jungsauen auch schon vor der ersten Belegung.

Woran das liegen kann:
Krankheiten
Fütterungsfehler
Haltungsfehler im Deckzentrum
Fehler im Deckmanagement
 

Was der Tierarzt empfiehlt:

1. Festen Impffahrplan zusammen mit dem Tierarzt erstellen, Impflücken vermeiden!
Sauen und Eber auf jeden Fall impfen gegen:
  - Parvo
  - Rotlauf
in Problembeständen zusätzlich impfen gegen:
  - Coli
  - Schnüffelkrankheit

2. Jungsauen nicht vergessen!
Grundimmunisierung:
Zweimalige Imfpung gegen Parvo und Rotlauf im Abstand von etwa 4 - 6 Wochen. Wiederholungsimpfungen werden mindestens zweimal pro Jahr notwendig.

3. Würmer/Räudemilben - ein oft verkanntes Problem
Jungsauen und -eber möglichst bald nach dem Einstallen entwurmen. Der gesamte Bestand (inklusive Eber) muss regelmäßig gegen Parasiten (Würmer, Räude) behandelt und mindestens dreimal jährlich entwurmt werden.

4. Genitalbehandlungen bei Sauen nach dem Abferkeln nicht routinemäßig, sondern bei:
umfangreicher Geburtshilfe
verschleppten Geburten mit toten oder infizierten Ferkeln
verstärktem eitrigem Ausfluß (voller Eßlöffel oder mehr)

mit

antibiotischen Wirkstoffen
physiologischer Kochsalzlösung (1/4 Teelöffel Salz auf ½ l abgekochtes Wasser, körperwarm verabreichen 38° C)
Kamillentee (1lt. körperwarm)
Wirkstoffen zur Förderung der Kontraktion und Rückbildung im Gentialbereich der Sauen.


Wichtig:
Absolute Sauberkeit, damit Erreger nicht von Sau zu Sau verschleppt werden.
Keine LOTAGEN-Spülungen durchführen.
verstärktem eitrigem Ausfluss (voller Eßlöffel oder mehr)
 

Was der Fütterungsberater empfiehlt:

1. Schimmeliges und verdorbenes Futter gehört nicht in den Trog!
Es gibt kaum ein Tier, das so empfindlich auf Mykotoxine reagiert wie die Sau.

2. Zu fette/zu magere Sauen
niedertragend: verhalten füttern (bis 180 kg LG reichen in der Regel 25 MJ pro Tag = 2 bis 2,5 kg)
ab ca. 85. Trächtigkeitstag: Futterzulage (bis 0,5 kg/Tag)
säugend: je nach Ferkelzahl bis zur Sättigung
nach dem Absetzen bis zum Belegen: wie hochtragend weiterfüttern

3. Verdaulichkeit des Futters nicht vernachlässigen!
Verdaulichkeit der organischen Substanz für

tragende Sauen 60 - 70 %
säugende Sauen ca. 80 %

4. Kontrollwiegungen, um das Auge zu schärfen.
Sauen sollten während der Trächtigkeit an Gewicht zunehmen:

Jungsauen 50 - 60 kg
Altsauen 35 - 40 kg

5. Damit Sauen, besonders Jungsauen nicht zu stark absäugen:

zweiphasig füttern
- tragend: "schlappes" Futter, um die Sauen in Zuchtkondition zu halten (11 MJ)
- säugend: hochenergiereich, evtl. Fettzulage (13 MJ)
Jungsauen erst mit 120 kg LG belegen, Belegungsalter 220 bis 240 Tage
Säugezeit auf max. 28 Tage beschränken
   
  Der Gewichtsverlust in der Säugezeit sollte 15 - 20 kg nicht überschreiten.
 

Was der Fruchtbarkeitsexperte empfiehlt:

1. Rauschekontrolle grundsätzlich zweimal täglich während der Ruhephase im Stall.
Hektik unterdrückt den Duldungsreflex - ruhig bleiben! Führen Sie die Sauen zum Eber, da Sie dann den Brunstbeginn besser erkennen. Achten Sie während der Hauptbrunst auf:
Nachlassen von Rötung und Schwellung der Scham.
Leicht getrübter zäher Brunstschleim. Erfassen Sie den Duldungsbeginn, denn davon hängt der richtige Besamungszeitpunkt ab.

2. Je später die Sau rauscht, um so kürzer ist die Brunst, um so früher muss besamt werden.
Die Eisprünge liegen im letzten Drittel der Rausche. Die Belegung muss 12 Stunden vor bis 4 Stunden nach diesem Zeitpunkt erfolgen, damit die Samenzellen befruchtungsfähige Eier finden.

3. Vermeiden Sie Spermamängel!
Ursachen für Spermamängel beim Eber können sein:

Fieber: Kann die Spermien für 6 bis 8 Wochen schädigen.
Parasiten des Ebers: Würmer, Räude
verdorbenes Futter
Penisbluten: Blut schädigt Spermien
schlechte Haltungsbedingungen
Dunkelhaltung
starke Überbeanspruchung: wöchentlich max. 3 Sauen pro Jungeber, max. 4 Sauen pro Alteber.

4. Führen Sie genaue Aufzeichnungen (Sauenplaner)!
Nur so können Sie Eber mit schlechter Befruchtungsrate und unterschiedlichen Wurfgrößen herausfinden. Insbesondere neu zugekaufte und erkrankte Eber aufmerksam beobachten! Wird vorwiegend mit Mischbelegung gearbeitet, so kann ein unfruchtbarer Eber nicht erkannt werden.

5. Äußerste Sorgfalt bei der künstlichen Besamung

Keine Besamung ohne Stimulation!
Besamen Sie nur während der Ruhephase im Stall.
Staubfreie, funktionsfähige Pipette.
Trockene Reinigung der Scham, z.B. mit Zellstoff.
Als Gleitmittel nur Paraffinöl oder Sperma nutzen, alles andere schädigt die Spermien!

Gehen Sie deshalb folgendermaßen vor:

I. Führen Sie die Pipette schräg von oben bis zur Mitte des Gebärmutterhalskanals ein: "Die Sau muss die Pipette halten!"
II. Anschließend die Tubenspitze abschneiden, die Tube auf die Pipette setzen und das Sperma ohne Druck in das Genital der Sau abfließen lassen.
III. Besamungsdauer mindestens 3 Minuten. Stimulieren Sie die Sau während der ganzen Zeit (ev. Decktasche)!
IV. Nach Leerung der Spermatube die Pipette nicht sofort zurückziehen. Damit wird unnötiger Spermarückfluß vermieden.

5. Sperma richtig lagern

Achten Sie auf die Lagertemperatur von 16 - 18° C und vermeiden Sie Temperatur-schwankungen! Überprüfen Sie die Temperaturen! Bei Lagerung in der herkömmlichen Styropor-Box kontrollieren Sie mit Minimax-Thermometer.
Die Klimabox hält die Temperatur automatisch. Stellen Sie die Box in einen staubfreien, sauberen Raum.
Dunkel lagern.
Bei optimaler Lagerung hat Sperma eine Lebensdauer von drei Tagen!
 

Was der Haltungsexperte rät:

1. Fast in jedem 2. Betrieb liegen die Sauen zu kalt!
In diesen Betrieben sind Harnwegsinfektionen an der Tagesordnung und erhöhte Umrauschquoten sind die Folge. Oft sind die Ställe nicht genügend isoliert. Ohne Heizung bekommt man solche Ställe nicht trocken. 20° C sollte die Mindesttemperatur bei strohloser Haltung sein.

2. Die Sauen müssen sich nach dem Absetzen bewegen können!
Bewegung fördert die Rausche. Auslauf der Sauen auf aussen liegende befestigte Flächen ist förderlich für die Rausche. Einzeltierhaltung im Deckzentrum ist vorteilhaft. Die Sauen sollten jedoch die Möglichkeit haben, sich auf dem Treib- oder Mistgang bewegen zu können.

3. In einem hellen Deckzentrum fühlen sich die Sauen am wohlsten!
Die Mindestlichtstärke im Deckzentrum sollte 250 Lux betragen. Tagsüber werden 100 Lux erreicht, wenn die Fensterfläche (südwest nach südost) mindestens einem Zwölftel der Stallgrundfläche entspricht.

4. Sauen brauchen den Eberkontakt, wenn sie rauschen sollen!
Die Sauen, die rauschen sollen, sind in der Nähe des Ebers aufzustallen. Durch das Treiben der Sauen zum Eber kann die Rausche gefördert werden. Jungsauen aus bekannter Herkunft können sofort in das Deckzentrum eingestallt werden. Sie sollten jedoch innerhalb des Deckzentrums noch einmal umgestallt werden, um die Rausche zu fördern. Jungsauen bis nach dem Belegen in Gruppen halten. Werden Jungsauen unbekannter Herkunft zugekauft, so sind sie vorerst in einem Quarantänestall unterzubringen.

5. Sauberkeit, Hygienemaßnahmen, Desinfektion helfen den Produktionserfolg sichern.

 
         
       
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