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Streptokokken von Schweinen sind auch für den Menschen gefährlich!

 

Streptokokken (Streptococcus suis) sind gefürchtete Krankheitserreger beim Schwein. Die Erreger werden im Zusammenhang mit Lungen -, Hirnhaut - und Mittelohrentzündungen gefunden. Die Erreger lassen sich auch bei gesunden Schweinen in den Tonsillen (Mandeln) nachweisen, wobei die Typen 2 und 14 bei Erkrankungen im Vordergrund stehen. Offensichtlich kann der Keim auch für Menschen gefährlich werden. Am 27. August dieses Jahres starb in Großbritannien (Yorkshire) ein 30-jähriger Farmarbeiter an einer Streptokokken - Blutvergiftung. Die Keime wurden auch bei den von ihm betreuten Schweinen festgestellt.

Auch gesunde Ferkel können Streptokokken - Träger sein!

Bisher sind einige Hundert Infektionen - es sind zumeist Einzelfälle - mit Streptococcus suis belegt. Betroffen sind häufig Menschen mit einem Kontakt zu Schweinen wie Landwirte, Tierärzte, Schlachter, Mitarbeiter der fleischverarbeitenden Industrie und Jäger. Als klinische Symptome werden Gangunsicherheit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Taubheitssymptome, Gelenksentzündungen, Schwindel und Lungenentzündungen beobachtet. Todesfälle treten insbesondere dann auf, wenn die Krankheit nicht sofort erkannt wird.
Nach einer niederländischen Untersuchung sterben etwa 7% der Erkrankten. Trotz Behandlung bleiben häufig Folgeschäden wie eine Beeinträchtigung des Gehörs, Schwindel und Gangunsicherheit.
83% der Betroffenen waren in der "Schweineproduktion" beschäftigt.
Sie haben ein Erkrankungsrisiko, welches nach einer niederländischen Untersuchung um den Faktor 1500 höher liegt als bei Mitarbeitern in anderen Bereichen der Industrie.
Ein Teil der Infektion verläuft symptomlos oder mit nur milden Krankheitszeichen. Bei einer Untersuchung in den Niederlanden konnten bei 6% der untersuchten Tierärzte und 1% der Landwirte Antikörper gegen Str. suis nachgewiesen werden.

     
  Weltweit
    Berichte über Streptok. suis - Infektionen liegen aus aller Welt vor, so aus Asien, Europa und Nord- Amerika. Aus Quebec, der "Schweinehochburg" Canadas, wurde im Jahre 1996 von einer Streptokokken - Hirnhautentzündung (Str. suis, Typ 2) bei einer 52-jährigen Landwirtin berichtet. Die Patientin hatte eine Woche vor ihrer eigenen Erkrankung vier an einer Streptokokkeninfektion verendeten Ferkel ohne Handschuhe oder andere Vorsichtsmaßnahmen aus dem Stall entfernt.
1999 erkrankte ein Mitarbeiter eines norddeutschen Schlachtbetriebes. Er konnte nach einem Krankenhausaufenthalt als weitgehend geheilt entlassen werden.
     
 
Bei toten Ferkeln immer Schutzhandschuhe tragen!
     
  Schlußfolgerungen:
    Str.suis muss als Erreger für generalisierte Septikämien (Blutvergiftungen), Lungenentzündungen und Hirnhautentzündungen beim Menschen mit Kontakt zu Wild- und Hausschweinen in Betracht gezogen werden, wenn Symptome wie Gangunsicherheit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Taubheitssymptome und Schwindel auftreten. Die Erkrankungsfälle sind zwar selten, sie sind aber für den oder die Betroffenen eine ernstzunehmende Bedrohung für ihre Gesundheit. Bei den Standesvertreteungen, in der tierärztlichen Praxis, auf schweinehaltenden Betrieben, in Betrieben zur Fleischverarbeitung und auf Schlachtbetrieben muss dieser Gefährdung durch Information, verbesserte Hygiene, Mitarbeiterschulung und Arbeitsschutzmaßnahmen Rechnung getragen werden.
 
         
       
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